Larissa Lakic gehört zu den Medienscouts am Burggymnasium. Die klären nicht nur Eltern über die Lan-Partys ihrer Kinder auf, sondern erklären fürs Stellwerk auch gern die vielfältigen Smartphone-Funktionen.

Altena - Teilweise liegen noch die ungeöffneten Originalverpackungen auf dem Tisch, als Larissa Lakic, Lena Rolle und Dorothee Isenbeck zum Smartphone-Kurs im Stellwerk begrüßen.

Manchem Besucher im Lutherhaus ist die Technik fremd und unheimlich. Andere wollen höher, schneller und weiter kommen. Die 77-Jährige mit dem brandneuen Seniorenhandy ist skeptisch: Trotz der großen benutzerfreundlichen Tasten ist ihr das vom Sohn geschenkte Gerät nicht geheuer. 

 

„Den Kurs hat er mir gleich dazugebucht. Ob das was für mich ist, weiß ich noch nicht...“ Am Ende ist ihr Notizzettel voll mit den Anleitungen der Medienscouts. Larissa Lakic und Lena Rolle, beide Oberstufenschülerinnen am Burggymnasium, sind mit jeglicher Art von Mobiltelefonen aufgewachsen und können sowohl die „alten Knochen“, wie auch High End-Smartphones bedienen. 

"Du kannst mich jetzt abholen!"

Die Dame mit dem Seniorenhandy wählt zum Schluss mit dem Gerät ihren Sohn an: „Du kannst mich jetzt abholen!“ Nicht nur sie, sondern auch er ist beruhigt, denn seine Mutter fährt noch Auto und sollte sich im Falle einer Panne bemerkbar machen können. 

 

Uschi Panke, linksseitig am Tisch, pflichtet dem Sohn bei. Sie ist an ihrem Smartphone schon sehr fit, kann Nachrichten verschicken und Bilder empfangen. „Ich komme mit dem Datentransfer zwischen Computer und Handy aber nicht gut klar“, erklärt sie den Scouts. Die zeigen ihr, wie sie das Datenkabel ganz einfach anschließen und ihre Schnappschüsse auf Festplatte bannen kann. 

Uschi Panke weiß jetzt, wie sie das Foto ihrer Nichte mit dem schwedischen König verschicken kann.

Und dann zeigt Uschi Panke noch ein Highlight: Gerade ist ihre Nichte vom schwedischen König Gustav geehrt worden. „Das Foto würde ich gerne weiterverschicken.“ Auch das klappt auf ganz verschiedenen Wegen. Uschi Panke kann wählen zwischen MMS, SMS, Whatsapp, E-Mail oder den zahlreichen weiteren Messenger-Angeboten.

„Das sind alles individuelle Geschmacksfragen, womit man am besten zurechtkommt“, weiß Stellwerkerin Dorothee Isenbeck. „Meine eigene Erfahrung ist: Dranbleiben, ausprobieren, sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Vielen ist hier im Kurs schon geholfen, wenn sie die Taste kennen, mit der man um einen Schritt zurückkehrt.“ 

Entziehen, das sagt Dorothee Isenbeck entschieden, sollte sich der modernen Technik niemand. „Für den Alltag ist es doch wichtig, dass man einen Touchscreen bedienen kann. Allein, um eine Zugfahrkarte zu kaufen, das geht doch gar nicht mehr per klassischem Knopfdruck.“ 

Lan-Partys für Eltern

Findet auch Marion Kerbusch, die das Stellwerk-Angebot Smartphone diesmal nicht als Ehrenamtliche besucht, sondern als Gast. „Mein Gerät ist noch recht neu. Ich komme damit klar, aber ich wüsste einfach gerne mehr darüber. Mein Mann hat aber nicht so die Ruhe, mir alle Funktionen zu erklären.“ 

Gegenüber am Tisch hält ein Ehepaar in dieser Hinsicht sehr zusammen: Bei ihnen stellt sich die Frage, ob sich Kontakte und Bilder von einem klassischen Handy aufs Smartphone übertragen lassen. „Schwierig!“, befinden die Medienscouts, denn die Geräte stammen nicht vom selben Hersteller und haben keine gemeinsame Synchronisierungsfunktion. 

Das sind technische Probleme, die nicht ausschließlich Bestager und Senioren betreffen. „Wir beraten am Burggymnasium auch die Elterngeneration“, erklären Larissa Lakic und Lena Rolle. Zum Beispiel haben sie auch schon eine Eltern-Lan-Party veranstaltet. Aufklärungsbedarf besteht: „Für den Smartphone-Kurs gibt es schon eine Warteliste. Nach den Ferien bieten wir noch einen an.“

Bild und Text: I. Hornemann
Quelle:
https://www.come-on.de/lennetal/altena/smartphone-kurs-bga-medienscouts-bringt-altenaer-verbindung-8423095.html (vom 22.06.2017)